Martino Lombezzi – Ein Sommertag

Foyer des Landhauses 2, Silvius-Magnago-Platz 10
Eröffnung: 24.7.2017, 11:00
Ausstellung: 25.7. – 8.9.2017
Einführung: Martino Lombezzi, Cinzia Venturoli, Sonia Zanotti
Mit der Unterstützung von: Autonome Provinz Bozen Südtirol

Martino Lombezzi – Una Giornata Estiva, foto-forum

EIN SOMMERTAG
Bologna, 2. August 1980

Fotografien von Martino Lombezzi
Kuratiert von foto-forum
Historische Beratung von Cinzia Venturoli
Ein Projekt in Zusammenarbeit mit dem Verein der Familien der Opfer des Anschlages am Bahhof von Bologna am 2. August 1980
Samstag, 2. August 1980 um 10.25 Uhr. Ein Koffer, der einen Sprengsatz aus TNT und T4 enthielt, wurde im Wartesaal der zweiten Klasse des menschenüberfüllten Hauptbahnhofs von Bologna abgestellt. Die Explosion verursachte den Zusammenbruch der Wartehallen der ersten und zweiten Klasse und der darüber liegenden Strukturen, wo sich die Büros der Restaurantfirma Cigar befanden, sowie etwa dreißig Meter der Überdachung. Die Explosion trifft auch den Zug Ancona-Basilea, der auf Gleis 1 stand. Die Glasscheiben der Fahrkartenkassen und aller umliegenden Gebäude wurden zerschmettert.

Die tragische Bilanz der Explosion: 85 Tote und 200 Verletzte.

Die Rettungsmaßnahen wurden sofort organisiert und noch vor der Ankunft von Krankenwagen, Feuerwehr und Soldaten, wurde den Überlebenden von Passanten, Eisenbahnern, Gepäckträgern, Mitgliedern der Strafverfolgungsbehörden und Taxifahrern geholfen. Es bildeten sich dann lange Menschenketten, von denen Schutt und Steine weitergegeben und entfernt wurden, um den Bereich der Explosion frei zu räumen, in der Hoffnung unter den Trümmern Überlebende, wenn auch verletzt, zu finden.

In der Nacht vom 2. August endete die erste Arbeitsschicht der Schuttbeseitigung: alle Verletzten wurden geborgen und die Toten waren in die Leichenhäuser geracht worden. Am 6. August, dem Tag der Beerdigung, kamen Tausende von Menschen aus ganz Italien nach Bologna, um den Opfern ihre Solidarität zu zeigen und gegen das Attentat zu protestieren. Sie füllten die Piazza Maggiore, die umliegenden Straßen und Plätze.

Die Ermittlungen der Richter wurden mehrmals versucht zu behindern. 1995 hat das Oberste Kassationsgericht vereinigte Sektionen für Strafsachen die Terroristen der NAR (Nuclei Armati Rivoluzionari, neofaschistische Gruppierung) Giuseppe Valerio Fioravanti und Francesca Mambro für das Attentat vom 2. August 1980 zu lebenslanger Haft verurteilt. Luigi Ciavardini, ebenfalls Mitglied der NAR und zur Tatzeit minderjährig, wurde als Vollstrecker des Anschlags im Jahr 2007 endgültig zu 30 Jahren Haft verurteilt. Wegen Behinderungen der Ermittlungsarbeiten wurden Francesco Pazienza, Licio Gelli, General Pietro Musumeci und Oberst Giuseppe Belmonte verurteilt, die letzten beiden waren Offiziere des militärischen Geheimdienstes.
„Diese Ausstellung erzählt das Leben, nicht den Tod. Es wird erzählt, wer sie waren, und wer sie sind, die durch die Bombe Betroffenen, die im Wartesaal eines der geschäftigsten italienischen Bahnhöfe platziert wurde. Dank des Erzählens vom Leben der Verwundeten, derer, die nicht überlebt haben, derjenigen, die eine wichtige Person verloren haben, erhalten wir die Möglichkeit, mit den Opfern mitzufühlen, uns in ihnen wieder zu erkennen, uns einem fernen Ereignis zu nähern und es uns  gegenwärtig fühlen zu lassen. Wir sind keine Fremden des Anschlags mehr und wir verfügen über wichtige Werkzeuge, um unsere Geschichte zu verstehen.“ Cinzia Venturoli

 

 

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