Event: Giulia Mirandola – Das Fotobuch in der Kindheit

Erwachsene: 19.9.2020, 10-13 Uhr
Kinder: 19.9.2020, 15-17 Uhr
kuratiert von Giulia Mirandola

Giulia Mirandola, foto forum Bolzano/Bozen (Italy)

 

foto forum setzt seine Tätigkeit mit Veranstaltungen fort, die durch eine kritische Analyse des fotografischen Mediums eine direkte Auseinandersetzung mit dem fotografischen Bild anregen. Diesmal beginnen wir mit den Kleinen und stellen das Fotobuch in den Mittelpunkt. Giulia Mirandola, Expertin auf diesem Gebiet, wird sowohl Erwachsene als auch Kinder in die Lektüre der Bilderbücher einführen. Am Vormittag bieten wir einen ersten Teil an, der den Erwachsenen gewidmet ist: Eltern, Lehrer*, Erzieher*, Großeltern, Therapeut*, Bibliothekar* und am Nachmittag werden die Kinder die wahren Protagonisten bei der Begegnung mit dem Fotobuch sein.

Giulia Mirandola, foto forum Bolzano/Bozen (Italy)

Vormittag
Siehst du das, was ich sehe? Das Lesen von Fotobüchern in der Kindheit
Ziel dieses Treffens ist es zu untersuchen, welche Bücher die Freude am Lesen von Fotobüchern in der Kindheit wecken und nähren können.
Die Fotografie gehört zu den Interessen der Kinder, die sofort die außerordentliche kommunikative Kraft, die subjektive Macht, das überraschende Spiel der Reproduktion des Sichtbaren auf eine andere Weise als die Zeichnung erfassen und die Existenz des Unsichtbaren und des nie Gesehenen sowie des bereits Gesehenen hervorheben.
Aus diesem Grund haben einige Fotografen daran gearbeitet, Bücher voll von Fotografien zu schaffen, die alle unterschiedlich sind, mit wenigen oder gar keinen Worten.
In diesen Büchern, die wir „Fotobücher für Kinder“ nennen, können Kinderaugen und -geister unbegrenzt im Bereich der fotografischen Bilder umherwandern; die spannende Entdeckung machen, mit eigenen Augen zu schauen und zu sehen; zuhören, was sie in den Augen eines anderen Menschen gesehen haben; wahrnehmen, dass ein Foto, wie alle Bilder, voller Leerstellen, Lücken, Geheimnisse und Schatten ist.
Aus Fotobüchern können experimentelle Workshops entstehen, bei denen es nicht darum geht, Kinder frühzeitig zum Fotografieren zu bringen, sondern vielmehr um das Schauen.
Das Treffen beinhaltet auch die Untersuchung einer Fallstudie: „Masetto Bambini Fotografia“, eine Erzähl- und Lesewerkstatt für Kinder, die sich auf die Fotografie stützt und die durch die Nähe zur natürlichen Umwelt und den aktiven Beitrag von Fotograf*, Naturforscher*, Künstler*, Bildbetreuer*, Bibliotheken, Museen, Verlagen und Buchhandlungen entwickelt wurde.

Giulia Mirandola, foto forum Bolzano/Bozen (Italy)

Nachmittag
Siehst du das, was ich sehe?
Siehst du das, was ich sehe? ist ein Fotobuch-Workshop. Er findet mit den Kindern im Freien statt. Die Wahl des Ortes, dem öffentlichen Raum, soll das Interesse am Lesen der Umgebung durch Fotobücher wecken.
Die amerikanische Schriftstellerin Annie Dillard schreibt: „Bliebt dran. Untersucht alle Dinge intensiv und unaufhörlich. Untersucht und prüft jedes Objekt innerhalb eines Kunstwerk. Schieb es nicht einfach beiseite, überblättere es nicht, als hättest du bereits verstanden, sondern folge ihm in seiner Entwicklung, bis du es im Mysterium seiner Einzigartigkeit und Stärke siehst. Bewundere die Welt dafür, dass sie sich nicht in dir erschöpft hat.“ (Bompiani, 2018). Der beste Weg, die Bedeutung dieses Workshops zu interpretieren, ist, Dillards Vision zu folgen, die, ohne es zu wollen oder zu wissen, die Bildungsmöglichkeiten beleuchtet, die die visuelle Literatur für Kinder bietet.
Um die Welt dafür zu bewundern, dass sie sich nicht in uns erschöpft, entdecken wir die Welt: vielfältig, vielgestaltig, ein Wechsel von Regelmäßigkeit und Unregelmäßigkeit, der allem Rhythmus und Geschmack verleiht.
Dabei wird die Verbindung zwischen dem Lesen „in den Büchern“ und dem Lesen „außerhalb der Bücher“ wird auf diesem Weg besonders berücksichtigt. Die Fähigkeit, die Geschichten, die innerhalb dieser beiden Rahmen leben – die des Buches mit Bildern und die der Welt mit Bildern -, zu verbinden, erlaubt es uns, ein besonderes Interesse an dem zu kultivieren, was außerhalb von uns lebt und geschieht.
Wir werden eine Aktivität ins Leben rufen, die sich auf die direkte Beobachtung konzentriert, sowohl individuell als auch kollektiv. Dies geschieht nach einer Arbeitsmethode, die auf der Teilnahme, der Zusammenarbeit und der Austauschbeziehung zwischen Kindern verschiedenen Alters (6-10 Jahre) basiert.

Giulia Mirandola, foto forum Bolzano/Bozen (Italy)

Chi è Giulia Mirandola?
Giulia Mirandola hat einen Abschluss in Erhaltung des Kulturerbes. Sie hat mit Ubulibri, Zanichelli und dem Kulturverein Hamelin zusammengearbeitet. Sie hat Il Catalogone Topipittori seit seiner ersten Ausgabe herausgegeben. Im Rahmen ihrer Studien über die Sprache der Bildbände interessiert sie sich besonders für Kinderbücher und Bücher ohne Worte. Sie gibt pädagogische Workshops über das Lesen von Bildern, sowohl für Kinder als auch für Erwachsene. Sie arbeitet regelmäßig mit Bibliotheken, Schulen, Verbänden, Buchhandlungen, Verlagen, Festivals, Stiftungen und Kulturinstituten, Museen und Universitäten in Italien und im Ausland zusammen. Im Jahr 2016 gründete sie das Kulturprojekt Il Masetto, für das sie für die Programmgestaltung, Kommunikation und Public Relations zuständig ist. In diesem Zusammenhang hat sie pädagogische Erfahrungen für Kinder und Erwachsene geschaffen, die darauf abzielen, die Beziehung zur Berglandschaft ausgehend von der visuellen Lesung und dem Erzählen von Orten zu üben. Masetto bambini und Masetto bambini fotografia sind von ihr für Masetto konzipierte experimentelle Workshops, die darauf abzielen, gemeinsam mit Illustratoren, Fotograf* und Wissenschaftler* die Landschaft zu durchqueren und mit neuen Bildern und Worten zu erzählen. Im Jahr 2019 ist sie in Berlin dank MoVE-Mobilität nach Europa, einem transnationalen Mobilitätsprogramm, das vom Europäischen Sozialfonds, der Autonomen Provinz Trient und dem Ministerium unterstützt wird und ihr die Zusammenarbeit mit der Berliner Buchhandlung Dante Connection ermöglicht. Sie schreibt über Bücher, Verlagswesen und Berliner Bibliotheken für die Kolumne Finestra su Berlino des Kulturmagazins des Goethe Instituts Italien.

Giulia Mirandola, foto forum Bolzano/Bozen (Italy)

Datum: 28.3.20
Uhrzeit: morgens 10-13 Uhr,  nachmittags 15-17 Uhr
Anmeldung: info@foto-forum.it
Kosten: morgens 20€, nachmittags gratis
Maximale Anzahl der Teilnehmer*: morgens 30, nachmittags 20
Zielgruppe: morgens Erwachsene, Eltern, Lehrer*, Erzieher*, Großeltern, Therapeut*, Bibiothekar* – nachmittags Kinder zwischen 6 und 10 Jahren

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